Der Mangel an Vitamin D, Folsäure, Vitamin B12 und Omega-3 ist mit entzündlichen Darmerkrankungen verbunden

Patienten mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen haben laut einer neuen Studie an 89 griechischen Patienten mit entzündlichen Darmerkrankungen ein erhöhtes Risiko für einen Mangel an Vitamin D, Folsäure (Vitamin B9), Vitamin B12 und Eisen.Die häufigsten entzündlichen Darmerkrankungen sind Morbus Crohn und Colitis ulcerosa. Der Mangel an bestimmten Nährstoffen kann zur Entwicklung dieser Erkrankungen beitragen. Andererseits können diese und die Therapien, mit denen sie behandelt werden, auch die Fähigkeit des Körpers beeinträchtigen, bestimmte Nährstoffe aufzunehmen oder zu nutzen, wodurch ein Teufelskreis beginnt, der die Erkrankung verschlimmern kann. Dies wurde in einer neuen griechischen Studie gezeigt, die in Nutrients veröffentlicht wird. Chronisch entzündliche Darmerkrankungen treten hauptsächlich in den westlichen Ländern und insbesondere in den nördlichen Breiten auf, was darauf hindeutet, dass Sonneneinstrahlung und typisch westliche Ernährung eine wichtige Rolle bei der Entwicklung dieser Krankheiten spielen.

Unsere Darmflora beherbergt Milliarden von Bakterien, die für unsere allgemeine Gesundheit unerlässlich sind. Unser Darm ist auch ein wesentlicher Bestandteil unserer komplizierten Immunabwehr, die jeden Tag Mikroorganismen und Toxine bekämpft.
Eine akute Entzündung ist eine normale und lebenswichtige Reaktion, die in einer ausgeklügelten Teamarbeit mit proinflammatorischen Zytokinen, weißen Blutkörperchen und Antikörpern durchgeführt wird. Es ist jedoch wichtig, dass die Immunabwehr nicht mit einer chronischen Entzündungsreaktion überreagiert. Dies kann gesundes Gewebe schädigen und oxidativen Stress verursachen, der ein Ungleichgewicht zwischen freien Radikalen und schützenden Antioxidantien darstellt. Chronische Darmentzündungen können durch Bakterien ausgelöst werden, die normalerweise im Darm vorhanden sind, oder durch eine entgleiste Immunabwehr. Dies kann zu Rötungen, Schwellungen und Wunden in der Schleimhaut führen. Es kann auch Symptome wie Bauchschmerzen, Durchfall, Gewichtsverlust und Müdigkeit geben. Manche Menschen bekommen Gelenkschmerzen, Hautkrankheiten und andere Symptome, wenn sich die Entzündung auf andere Körperregionen ausbreitet. In schweren Fällen führt die Krankheit zu operativen Eingriffen, z.B. chirurgische Entfernungen von Teilen des Darms und Stoma.

IBS (Inflammatory Bowel Disease) ist ein weiterer Begriff für chronische Darmerkrankungen

Morbus Crohn betrifft typischerweise den letzten Teil des Dünndarms (Ileum) und / oder des Dickdarms (Dickdarm). Nachfolgende Narben können in Kombination mit Darmverengungen oder Fisteln auftreten, bei denen die Entzündung Kanäle zwischen dem Darm und benachbarten Organen wie der Blase bildet.

Colitis ulcerosa (blutende Colitis) beginnt immer im Rektum, von wo aus sich die Entzündung im Dickdarm ausbreiten kann - aber niemals im Dünndarm. Typische Symptome sind schmerzhafter Stuhlgang und blutiger Durchfall. Anämie ist ein häufiges Problem, das damit einhergeht.

Chronisch entzündliche Darmerkrankungen und Mangel an bestimmten Nährstoffen

Chronisch entzündliche Darmerkrankungen sind in den westlichen Ländern und in den nördlichen Breiten am häufigsten verbreitet, insbesondere bei Frauen. Die Erkrankungen sind durch ein ständiges Ungleichgewicht zwischen entzündungsfördernden und entzündungshemmenden Zytokinen gekennzeichnet, welches die Immunabwehr beeinträchtigt. Das Vorhandensein einer chronischen Entzündung setzt Kaskaden freier Radikale frei, die oxidativen Stress und Peroxidation von Lipiden wie Cholesterin verursachen, was sehr schädlich sein kann.
Chronisch entzündliche Darmerkrankungen zerstören die Lebensqualität, und Nährstoffmängel sind mit längerem Krankenhausaufenthalt, Komplikationen während einer Operation und erhöhter Mortalität verbunden.
Appetitlosigkeit, ungesunde Ernährung, schlechte Nährstoffaufnahme und Blutverlust tragen zu Nährstoffmangel, Energiemangel, Gewichtsverlust, schlechter Muskelkraft und anderen Symptomen bei.
Patienten mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen haben laut einer neuen Studie an 89 griechischen Patienten mit entzündlichen Darmerkrankungen ein erhöhtes Risiko für einen Mangel an Vitamin D, Folsäure (Vitamin B9), Vitamin B12 und Eisen. Die Studie wurde in Nutrients veröffentlicht und unterstützt frühere Forschungen, bei denen sich Wissenschaftler auf Nährstoffe und ihre Rolle bei der Entwicklung entzündlicher Darmerkrankungen konzentriert haben.

Der Zusammenhang zwischen Sonnenlicht, Vitamin D und chronischen Entzündungen

Die Sonne ist unsere Hauptquelle für Vitamin D. In nördlichen Breiten können wir Vitamin D jedoch nur im Sommer synthetisieren, wenn die Sonne ausreichend hoch am Himmel steht. Viele Menschen haben im Winter einen Vitamin-D-Mangel, und wenn sie im Frühjahr und Sommer nicht genügend Sonneneinstrahlung erhalten, wird ihr Mangel chronisch.
Menschen mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen leben in der Regel in nördlichen Breiten der USA und in Europa, wo weniger Sonne scheint und ein Mangel an Vitamin D eine mögliche Ursache für solche Krankheiten sein kann.
Vitamin D reguliert rund zehn Prozent unserer Gene. Dies ist wichtig für verschiedene Ein- und Ausschalter, die auch für die weißen Blutkörperchen unseres Immunsystems relevant sind. Vitamin D ist daher äußerst wichtig für unsere Fähigkeit, Keime und Krankheitserreger schnell und effektiv zu bekämpfen. Darüber hinaus hilft Vitamin D, die Produktion entzündungsfördernder Zytokine zu verhindern.
Der Mangel an Vitamin D ist mit einem erhöhten Risiko für Infektionen und chronisch entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa, aber auch rheumatoider Arthritis und anderen Autoimmunerkrankungen verbunden.
Andererseits scheint es, dass eine Ergänzung mit hohen Dosierungen Vitamin D dazu beitragen kann, diese Zustände zu verhindern oder zu mildern, indem die Immunabwehr gestärkt und unerwünschte Entzündungen gehemmt werden.

Folsäure (Vitamin B9) und Vitamin B12

Folsäure und Vitamin B12 sind beide wichtig für die Blutbildung. Wenn Ihnen einer oder beide Nährstoffe fehlen, kann dies zu einer Anämie, Müdigkeit und mehreren anderen Symptomen führen, da die Zellen nicht genügend Sauerstoff erhalten. Folsäure und Vitamin B12 sind auch an der Umwandlung von Homocystein beteiligt, einem Nebenprodukt des Proteinstoffwechsels. Ein Mangel an diesen B-Vitaminen kann daher zu erhöhten Homocysteinspiegeln im Blut führen, was mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden ist.
Die Rolle von Vitamin B12 im Nervensystem wird nicht besonders berücksichtigt, und ein Mangel kann zu Müdigkeit, demenzähnlichen Symptomen und neurologischen Störungen führen.
Vielen Menschen ist nicht bewusst, dass B-Vitamine für die Immunabwehr wichtig sind, aber Studien an Mäusen zeigen, dass ein Mangel an Folsäure tatsächlich die Spiegel bestimmter weißer Blutkörperchen im Darm senken kann, die Entzündungen regulieren. Der Körper nimmt Folsäure im mittleren Teil des Dünndarms (Jejunum) auf, lokale Entzündungen können daher die Aufnahme beeinträchtigen. Ein Mangel an Folsäure kann auch auf schlechte Ernährungsgewohnheiten, Alkohol- und Stimulanzienmissbrauch, Schwangerschaft, Rauchen, Altern und Antibabypillen zurückzuführen sein. Jüngste Studien legen nahe, dass Therapien, bei denen Patienten Methotrexat oder Sulfasalazin erhalten, die Aufnahme und Verwendung von Folsäure blockieren können.
Die Aufnahme von Vitamin B12 im unteren Teil des Dünndarms (Ileum) erfordert die Anwesenheit eines Trägerproteins, das als intrinsischer Faktor bezeichnet wird. Vitamin-B12-Mangel tritt häufig bei Patienten mit Colitis ulcerosa auf, da dieser Teil des Dünndarms geschädigt ist. Ein Mangel an B12 kann auch auf eine streng pflanzliche Ernährung zurückzuführen sein. Das Vitamin kommt hauptsächlich in Nahrungsquellen tierischen Ursprungs vor. Die Behandlung mit Metformin gegen Diabetes kann auch einen Vitamin-B12-Mangel verursachen.
Colitis ulcerosa kann aufgrund von Blutverlust einen Eisenmangel verursachen. Es ist jedoch wichtig, keine Eisenpräparate einzunehmen, es sei denn, der Arzt hat mithilfe einer Blutprobe einen Mangel festgestellt.

Diät und chronische Entzündung

Im Zusammenhang mit der Vorbeugung und Behandlung chronisch entzündlicher Darmerkrankungen ist es auch wichtig, reichlich Omega-3 zu erhalten. Diese essentiellen Fettsäuren haben entzündungshemmende Eigenschaften aufgrund ihres Einflusses auf bestimmte hormonähnliche Verbindungen, die Prostaglandine genannt werden. Fettiger Fisch und Fischölergänzungen enthalten EPA (Eicosapentaensäure) und DHA (Docosahexaensäure), die wir Menschen leicht verwenden können.
Eine Studie aus Taiwan hat gezeigt, dass niedrige Omega-3-Fettsäuren im Blut mit Schmerzen und anderen Symptomen verbunden sind, die durch chronisch entzündliche Darmerkrankungen verursacht werden. Es ist wichtig, nicht zu viel Omega-6 aus Pflanzenölen, Margarine und Fertiggerichten zu sich zu nehmen, da Omega-6 Entzündungen fördern kann. Chronisch entzündliche Darmerkrankungen sind durch oxidativen Stress gekennzeichnet und man sollte daher darauf achten, reichlich Antioxidantien wie Vitamin A, C und E sowie Mineralien wie Selen und Zink zu erhalten.
Es gibt zahlreiche Kochbücher auf dem Markt, die gute Ratschläge und nützliche Rezepte für eine entzündungshemmende Ernährung enthalten.

Quellen:

Aristea Gioxari et al. Serumvitamine D, B9 und B12 bei griechischen Patienten mit entzündlichen Darmerkrankungen. Nährstoffe 2020

Koji Hosomi und Jun Kunisawa. Die spezifischen Rollen von Vitaminen bei der Regulierung der Immunüberwachung und Aufrechterhaltung der immunologischen Homöostase im Darm. Immunnetzwerk 2017

Cheryl Tay. Bauchschmerzen bei IBS: Ein Mangel an Omega-3 könnte der Schuldige sein, sagt Taiwan Study. NUTRA-ingredients-asia.com. 2018

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