Vitamin B3 wirkt sich positiv auf Parkinson-Krankheit aus

Vitamin B3 wirkt sich positiv auf Parkinson-Krankheit ausine neue Studie zeigt, dass Patienten mit frühen Stadien der Parkinson-Krankheit von einer erhöhten Vitamin B3-Zufuhr über die Nahrung oder mithilfe von Nahrungsergänzungsmitteln profitieren können. Der Nährstoff unterstützt den zellulären Energieumsatz und trägt zur Reparatur geschädigter DNA der Nervenzellen bei. Es ist wichtig, ausreichend Vitamin B3 einzunehmen – unter anderem zur Vorbeugung von Parkinson.

Parkinson, eine der häufigsten chronischen Erkrankungen des Nervensystems, ist durch die Zerstörung von Nervenzellen gekennzeichnet. Diese heimtückische Krankheit tritt normalerweise im Alter von 50-70 Jahren auf. Die Symptome werden durch einen Mangel an dem Neurotransmitter Dopamin verursacht. Das Gehirn verwendet Dopamin fortwährend zur Steuerung zahlreicher Bewegungen, und produziert und zerlegt es permanent in einer Endlosschleife. Bei Parkinson-Patienten ist die Produktion von Dopamin aufgrund geschädigter Nervenzellen eingeschränkt, weshalb ein Mangel entsteht. Symptome der Parkinson-Krankheit umfassen einen unkontrollierbaren Tremor, Muskelsteifheit, eine Verlangsamung der Bewegungsabläufe, Gleichgewichtsprobleme, Müdigkeit und eine eingeschränkte Fähigkeit zur Steuerung der Mimik.

Ein Vitamin B3-Mangel oder eine unzureichende Verwertung des Nährstoffs tritt als Folge einer unausgewogenen Ernährung, eines übermäßigen Konsums von Alkohol, von Antacida und Diuretika (die viele ältere Menschen einnehmen) auf.

Geschädigte Mitochondrien in den Nervenzellen

Ein Forschungsteam der University of Leicester in England hat Fruchtfliegen mit einer Genmutation untersucht, die die Parkinson-Krankheit nachbildete. Bei ihrer Arbeit erkannten die Forscher einen Mechanismus, der sich während der frühen Stadien der Parkinson-Krankheit auf das Gehirn auswirkt. Die Ergebnisse weisen auf zahlreiche Arten von Medikamenten hin, die dieser Patientengruppe helfen könnten.
Dem Neurologen und Leiter der Studie Miguel Martins zufolge werden Nervenzellen im Gehirn aus verschiedenen Gründen zerstört. In einigen Fällen liegt das Hauptproblem bei den Energie produzierenden Kraftwerken der Zelle (Mitochondrien), die entweder dysfunktional oder zerstört sind. Aufgrund des umfangreichen Energieumsatzes im Gehirn sind effektive Mitochondrien in den Nervenzellen jedoch lebenswichtig. Außerdem haben die Mitochondrien weitere Funktionen in den Zellen, die für die Ausführung der verschiedenen zelleigenen Aufgaben von Bedeutung sind.

Mitochondrien tragen zur Steuerung folgender Vorgänge bei:

  • Energieumsatz
  • Zellteilung
  • Signalisierung von Calcium
  • Apoptose (programmierter Zelltod oder Selbstzerstörung geschädigter und kranker Zellen)

Mitochondriales Gen schützt vor Parkinson

PINK1 ist ein Gen in den Mitochondrien, das deren Qualität prüft und sie vor Dysfunktionen schützt. PINK1 kann zerstörte Mitochondrien erkennen, einer Zerstörung vorbeugen und verschiedene Arten von Aktivität in den Zellen hervorrufen. Mutiert das Gen PINK1 jedoch selbst, so ist es nicht länger in der Lage, die Mitochondrien vor einer Schädigung zu schützen. Häuft sich dieses Problem, so können die Mitochondrien keine Energie mehr produzieren und keine ihrer anderen Funktionen ausführen. Die zerstörten Mitochondrien setzen ebenfalls toxische Moleküle frei, die die DNA der Nervenzellen zusätzlich schädigen und die Produktion von Dopamin in den Nervenzellen blockieren können. Bei vielen Parkinson-Patienten kann das Gen PINK1 die Mitochondrien nicht vor belastungsbedingten Dysfunktionen schützen. Es wäre daher wünschenswert, das Gen PINK1 zu stärken und somit sowohl zum Schutz der Mitochondrien als auch der Nervenzellen beizutragen. Dieser Ansatz könnte gleichermaßen als präventive und therapeutische Maßnahme eingesetzt werden.

Vitamin B3 (Niacin) aktiviert NAD, das Mitochondrien und Nervenzellen schützt

Die Forscher weisen auf eine NAD (Nicotinamidadenindinukleotid) genannte Substanz hin, die sowohl für den Energieumsatz als auch für die Reparatur der DNA von Bedeutung ist. Es wird sogar spekuliert, ob es Parkinson-Patienten an dieser Substanz mangelt.
Zur Erforschung dieser Frage wurde den Fruchtfliegen das mutierte Gen PINK1 mit Vitamin B3 verabreicht, das im Körper in NAD umgewandelt wird. Es stellte sich heraus, dass diese Fruchtfliegen im Vergleich zu den Fruchtfliegen ohne Vitamin B3-Zufuhr weniger geschädigte Mitochondrien hatten.
Anschließend untersuchten die Neurologen, ob NAD dazu beitragen konnte, die Fruchtfliegen durch die Verstärkung der Reparatur der DNA vor Parkinson zu schützen. Mittels der Aktivierung von NAD mit Vitamin B3 fanden die Forscher heraus, dass sie die Funktion, die die Mitochondrien und Nervenzellen am Leben erhält, einschalten können. Dies verbesserte die Kraft, Mobilität und die Lebensdauer der Fruchtfliegen.

Ein neuer Weg zur Prävention und Behandlung

Dem Neurologen Miguel Martins zufolge legen die Ergebnisse der Studie nahe, dass ausreichende Mengen NAD ein entscheidender Faktor für die mitochondriale Gesundheit und für die Prävention von Parkinson sind. In diesem Zusammenhang ist es wichtig, zu erwähnen, dass es nicht schädlich ist, mehr Niacin (Vitamin B3) einzunehmen, um den NAD-Wert zu erhöhen. Obwohl die Krankheit mit Vitamin B3 allein nicht geheilt werden kann, ist das Vitamin voraussichtlich dazu geeignet, das Ergebnis einer herkömmlichen Behandlung bei den Parkinson-Patienten zu verbessern, die mitochondriale Schädigungen aufweisen.

Wie man ausreichend Vitamin B3 aufnehmen kann

Vitamin B3 ist wasserlöslich. Da unser Körper das Vitamin nicht speichern kann, müssen wir Vitamin B3 regelmäßig einnehmen. Alternativ kann es vom Körper in einem Prozess, für den Tryptophan und Vitamin B6 benötigt werden, synthetisiert werden. Gute Vitamin B3-Quellen sind proteinreiche Lebensmittel wie Fleisch, Fisch, Geflügel, Nüsse, Körner, Saaten, Eier, Vollkorn, Gemüse und Obst.
Nahrungsergänzungsmittel mit Vitamin B3 sollten gemeinsam mitden anderen B-Vitaminen eingenommen werden. Um die bestmögliche Aufnahme und Verwertung sicherstellen zu können, sollten B-Vitamine jedoch nicht mit Antacida eingenommen werden.

Einnahme eines Nahrungsergänzungsmittels mit Q10 in Erwägung ziehen

Coenzym Q10 ist am Energieumsatz der Mitochondrien beteiligt und gleichzeitig ein starkes Antioxidans, das die Mitochondrien vor oxidativem Stress schützt

Quellen:

University of Leicester. People with forms of early-onset Parkinson’s disease may benefit from boosting niacin in diet, research suggest. ScienceDaily. 2017

Lehmann S. et al. Enhancing NAD salvage metabolism is neuroprotective in a Pink1 model of Parkinson´s disease. Biology Open 2016

https://en.wikipedia.org/wiki/PINK1

https://en.wikipedia.org/wiki/Nicotinamide_adenine_dinucleotide

http://www.netdoktor.dk/sygdomme/Fakta/parkinson.htm

http://www.greenmedinfo.com/blog/one-form-coq10-treats-parkinsons-study-find